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Kryptowährungen in Schwellenländern bieten Millionen Möglichkeiten


Kryptowährungen haben immer noch einen dubiosen Ruf als Anlage- oder Zahlungsmittel. Dafür gibt es viele Gründe. Ebenso viele Gründe gibt es aber auch dafür, die neue Währung zu akzeptieren. Das sieht man insbesondere in Schwellenländern.

Mittwoch, 25.01.2023, 0:49 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 23.02.2023, 15:02 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Manche Kritiker werfen den Kryptowährungen vor, nur ein Spekulationsobjekt für Nerds und die Reichen zu sein, welche lediglich ihr Portfolio um eine weitere Asset-Klasse diversifizieren wollen. Dabei verkennen sie die Chance, welche Bitcoin und die vielen anderen Kryptos den Menschen in den Schwellenländern bieten.

El Salvador hat es vorgemacht. Der lateinamerikanische Kleinstaat hat als erstes Land Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. Neben dem US-Dollar (das Land hat keine eigene Währung) lassen sich in Geschäften, Cafés und am Automaten auch mit Bitcoin bezahlen. Mittlerweile haben sich dort sogar die ersten Krypto Broker angesiedelt und haben die Kunst der Stunde genutzt. Verschiedene Beweggründe haben den umstrittenen Präsidenten Nayib Bukele dazu veranlasst, die Digitalwährung anzuerkennen. Auch wenn der Weg zur vollständigen „Bitcoinisierung“ noch lang und steinig ist, wie bisherige Erfahrungen zeigen, dürften die Gründe schnell ersichtlich werden. Andere lateinamerikanische Staaten befinden sich mittlerweile ebenfalls in einem Krypto-Fieber.

Bitcoin-Überweisungen für Gastarbeiter

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Crypto Anarchist

Auf der einen Seite wären da die wirtschaftlichen Gründe. El Salvador’s Wirtschaft und Währungspolitik ist von den USA abhängig. Der zentralamerikanische Staat hat keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Federal Reserve, ist dieser Institution im Grunde ausgeliefert. Zudem gibt es Gründe, welche die Menschen selbst betreffen. Gut 70 % der Gesamtbevölkerung haben keinen Zugang zu einem Bankkonto. Der Handel per Krypto Bot hingegen ist sehr einfach. Was für Menschen der westlichen Welt selbstverständlich ist, bleibt für einen Großteil der Menschen in den Schwellenländern Luxus. Ohne die Möglichkeit, zu sparen, Kredite aufzunehmen, zu investieren und Überweisungen zu tätigen, können nur wenige auf eine Besserung der eigenen Lebensverhältnisse hoffen.

Zudem arbeiten viele Menschen aus El Salvador in anderen Ländern, häufig in den USA. Als Gastarbeiter, legal und illegal Eingereiste verdienen sie hier mehr als in ihrer Heimat. Einen Teil ihrer Einnahmen schicken sie zur Unterstützung ihrer Familie zurück. Dafür nutzen sie Überweisungsanbieter wie MoneyGram oder Western Union. Laut Daten der Weltbank entfallen gut 24 Prozent von El Salvadors Bruttoinlandsprodukts auf solche Überweisungen. Die Anbieter verdienen am Geschäft ordentlich, vor allem dank der teils sehr hohen Transaktionsgebühren. Bitcoin hingegen ermöglicht Transaktionen über Ländergrenzen hinweg zu niedrigen Gebühren. Für das Netzwerk von Bitcoin spielt es keine Rolle, in welcher Höhe die Transaktion erfolgt und in welchen Ländern sich der Absender und die Empfänger befinden, ähnlich wie bei einer E-Mail. Zudem entfällt der bürokratische Aufwand und kein Gesetzgeber kann es ihnen verbieten, solche Transaktionen zu tätigen und unterbinden kann er sie erst recht nicht.

Die Lage in Afrika

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DER RENTNER

Auch in afrikanischen Ländern spielen Kryptowährungen und allen voran Bitcoin eine immer wichtigere Rolle. In keinem anderen Land der Welt ist der Gebrauch von Kryptowährungen so sehr gestiegen wie in Nigeria, wie eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab. Und dass, obwohl der afrikanische Staat seit Jahren die Entwicklung seiner CBDC (Central Bank issued Digital Currency) vorantreibt. Nur gut 0,5 % der eigenen Bevölkerung nutzen den eNair, während sie mit einer Inflation von 10 % zu kämpfen haben. Das digitale Zentralbankgeld ist unbeliebt, Kryptowährungen dagegen bei jungen Menschen im Kommen. Einer der Gründe dürfte das Misstrauen gegenüber der Regierung und ihren wirtschaftlichen Maßnahmen sein. Wenn die Regierung bereits das Realgeld heruntergewirtschaftet hat, wieso sollte man dem Digitalgeld derselben Regierung vertrauen?

Auch hier gestaltet sich die Situation ähnlich. Nur wenige Menschen im Land haben Zugriff auf ein Bankkonto und zu Bankdienstleistungen, doch fast alle haben ein Smartphone und einen Zugang zum Internet. Viele von ihnen sind neugierig, eignen sich neue Technologien schnell an und misstrauen den Regierenden. Zudem ermöglichen die Kryptowährungen, sich über den häufig restriktiven Gesetzen des Landes hinwegzusetzen. Bitcoin und Co. interessieren sich nicht für Hautfarbe, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder wie viel man auf dem eigenen Bankkonto hat. Das Netzwerk ist diskriminerungs- und barrierefrei und steht allen offen. Zudem wird es von keiner zentralen Instanz beherrscht.

Inzwischen gibt es Bitcoiner, YouTuber, Podcaster und Autoren, die regelmäßig in verschiedene afrikanische Länder reisen und die Menschen vor Ort über die Chancen aufklären, welche Bitcoin bietet. Zudem geht es in um den richtigen Gebrauch und das richtige Verständnis der Technologie. Solche Bitcoiner berichten aber auch von den Beschwernissen, die mit dem Leben und Bezahlen mit Bitcoins als Zahlungsmittel einhergehen. Selten sind die Regierenden dem freien Digitalgeld wohlgesonnen. Wer sich über die Entwicklung von Kryptowährungen speziell in Afrika informieren will, dem seien Podcasts ans Herz gelegt. Im Netz gibt es inzwischen viele Angebote.

Schwellenländer führend bei der Krypto-Adoption

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Neben den bereits genannten Ländern sind es vor allem Vietnam, die Philippinen, Ukraine und Indien, welche laut den Daten von Chainalysis die Liste der weltweiten Krypto-Adoption anführen. Erst danach folgen die Vereinigten Staaten. Chainalysis stützt sich dabei vor allem auf die Daten von Krypto-Handelsplattformen, einschließlich des DeFi-Bereichs (Decentralized Finance). Bei der Bewertung der Handelsaktivitäten versucht das Analyse-Unternehmen nicht nur die institutionellen Anleger zu betrachten, sondern auch die privaten Kleinanleger. Dadurch will man ein besseres Verständnis dafür gewinnen, wo Kryptowährungen in der breiten Masse angekommen sind.

Gerade die Schwellenländer stellen einen fruchtbaren Boden für die Massenadoption von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, dar. Unsichere wirtschaftliche Lage, Inflation und restriktive Gesetzgeber machen ein diskriminierungsfreies Internetgeld attraktiv und trifft hier auf eine junge, dynamische und technikaffine Bevölkerung. Kryptowährungen könnten in Zukunft eine wichtige Rolle im internationalen Zahlungsverkehr spielen. Einwanderer können damit leichter ihre Einnahmen in die Heimat senden, ohne auf Banken und Zahlungsdienstleister angewiesen zu sein. (em) Wirtschaft

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Author: David Boyd

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